Übrigens

Ich bin jetzt hier.

Abschlussbericht

Universitäre Bestätigung gesucht und gefunden. Das Gefühl gehabt, angekommen zu sein. Entschieden, weg zu gehen.

Vor lauter Sätzen kein Buch mehr gesehen, geschweige denn einen Sinn.

Für Englandjahr beworben und angenommen worden.

Gefreut, dass die Hoffnung zu früh gestorben war.

Weggegangen, aber noch lange nicht davongekommen.

Während drei Weihnachtsessen hauptsächlich auf den Teller geschaut.

Im Museum gestanden und aus dem Fenster geschaut.

Übelkeit gegen Angstzustände abgewogen, für Neben- statt Nachwirkung entschieden.

Kann man machen

Irgendwie muss es ja weiter gehen.

"Selbst schuld", sagt L. und legt mir nahe, meine Vorstellungen zum L-Wort doch bitte zu überdenken, da er wenig gewillt sei, meine Probleme zu diskutieren, solange ich monogam denke. Ich muss lachen. Ich bringe ihm nämlich genauso wenig Verständnis entgegen, wenn er mir erzählt, wie er einen 16-Jährigen morgens vor die Tür stellt: "Er hat zu reden begonnen!" L. schläft nicht mit Menschen, sondern mit Kontexten, wie er sagt.

Nach langem Argumentieren gesteht er aber meinem bevorzugten Beziehungsmodell doch seine Existenzberechtigung zu: "Monogamie ist genau genommen ja eine Form von SM: Kann man machen, wenn man will.“

Auch ein Ergebnis

Das Beste an den gestrigen Wahlen ist ja, dass der Wahlkampf vorbei ist. (Die Hoffnung stirbt dann doch irgendwann.)

Fassade-3

Das ist übrigens Basel. Ich mag Basel sehr. Da gibt es ein AKW, das nicht raucht, und die Menschen sprechen, als würden sie Basler parodieren. (Bildnachweis in den Kommentaren.)

Kinderfernsehen

Heute auf der Rolltreppe wollte ich mich gerade darüber ärgern, dass, obwohl ich nur zwanzig Zugminuten von Zürich weg wohne, hier einfach niemand den Rolltreppenkodex einhält, an dem man in Zürich immer die Zürcher von den Nichtzürchern unterscheiden kann. Dann kommt mir auf der Gegenseite aber dieser Junge entgegen, und ich schaue ihn an, weil ich Kinder immer anschaue. Der Junge lacht aber nicht nur zurück, er streckt stolz seine durchsichtige Einkaufstüte in die Luft, ich erkenne nicht, was drin ist, drehe mich nach ihm um, er dreht sich nach mir um und lacht so ein unschlagbares Kinderlachen.

Im letzten Magazin meinte die auf der letzten Seite, wir hätten zu viele Veloständerprobleme und ich weiss nicht wirklich, was sie damit meint, aber ich finde auch, vielleicht mal wegsehen von den Veloständern und Rolltreppen, lieber kleine Kinder anlachen und hoffen, dass sie nicht zu weinen beginnen.

Mal was mit Tieren

Gestern im Zug nach Zug, irgendwo im Grünen steht ein Reh. Ich sage: "Schau ein Reh, ein ganz kleines," und freue mich. Der Freund sagt: "Ja," und nach einer kurzen Pause, sehr geniesserisch: "Die sind lecker." (Im Orginal allerdings ein breites Berner "fein", nicht adäquat zu übersetzen, wie damals im Streichelzoo, bei den Ziegen: "Mh, es Gitzi." Eigentlich war's auch kein Streichelzoo, aber die Elefanten konnten wir anfassen, sogar füttern. Und Elefanten: Diese Haut auf der Stirn, die wie Rinde ist und dann diese weiche, warme Rüsselspitze, die nach der Karotte tastet, unvergesslich, das. Gehört zusammen mit der Kuhzunge auf die Liste der Dinge, die man mal angefasst haben muss. Man sollte überhaupt häufiger in den Zoo gehen.)

Das wird doch

Einen Zettel mit Stichwörtern gefunden, die zu Beiträgen hätten werden sollen: Kettesäge, Latenz, Hosenträger. Keine Ahnung mehr, worauf ich raus wollte. Das meiste, was ich hier reinschreiben will, vergesse ich nämlich. Und manchmal denke ich, wie schade, all die Momente, die ich gerne noch beschrieben hätte. Aber festhalten kann man ja doch nichts.
Ich möchte aber noch anmerken, dass es mir gut geht, mir wird verschiedentlich vorgeworfen, mein Befinden nur hier kundzutun, und ich finde: Immerhin.
Kürzlich bin ich nämlich über die Hardbrücke gelaufen, mit dem Hardbäckereibrötchen in der Hand stehen geblieben, habe mit Okkervil River im Ohr über die Gleise geschaut, und gemerkt, dass das Problem gleichsam die Lösung ist, also: Ich. Man muss das halt auch erst merken. Und dann habe ich im Zug zwischen all den Arbeitern gesessen, musste aber nicht zur Arbeit sondern nach Hause, ein Tutorat über Intertextualität vorbereiten, was ich sehr grossartig finde. Ich arbeite, von den Tutoraten abgesehen, nur noch während den Semesterferien, und das hat mich erst etwas Stolz gekostet, keine richtige Werkstudentin mehr zu sein, aber jeden Tag zur Uni gehen zu können ist das Beste, was mir seit langem passiert ist. Meine Tage sind sehr schön, ich würde sie gerne aufschreiben, aber interessant wäre das nicht: Lesen, mit J. reden, Kaffee, Seminar, mit S. reden, mit C. essen, Seminar, Lesen, Kaffee, Lesen. Und ja, ich bin zum Vergnügen hier.

Auch: Intellektuelle Selbstverstümmelung

"Ja,... dann schreiben Sie da mal, ähm... ja. Krankheit."

Italien zum Dritten: Besuch der Schwester

Sie war diejenige, die auf die Idee kam, eine Austauschschülerin in das kleine Haus weit ausserhalb zu holen. Das heisst, sie wollte eigentlich selbst die Austauschschülerin sein, aber die Eltern sind ängstlich. So ängstlich, das ich damals nicht um den See gehen konnte, ohne dass der Verlobte der ältesten Schwester mit dem kleinen, gelben Fiat hinterher fuhr, so ängstlich, das es fünf Jahre dauerte, bis sie durchsetzte, mich besuchen zu dürfen.

Sie fotografierte alles. Also wirklich alles, beim vorbei gehen, aus dem Auto, aus der Tram. Bodenbeläge, "So sauber!", Turmspitzen, kleine Parks, "Schon wieder ein Garten!", die Autobahn, das Essen, und immer wieder verschwommene Landschaften, "So grün!". Sie ging mit siebenhundert Bildern nach Hause, nach gut einer Woche, davon sechshundert unscharf, aber: "Man erkennt es!" Und das ist, was zählt, ein anderer Blick eben.

Ein Blick, der sie auch so ausgiebig über das Wort Lebensgefahr lachen liess, italienisch: pericolo di morte, Todesgefahr. Überhaupt: Italienisch. Nie richtig vertraut, und immer irgendwie klischeehaft. Aber doch die einzige Sprache, die ich kenne, bei der Konjugieren so wunderschön klingt: avrei, avresti, avrebbe.

Und die Sprache dieses Liedes, das ich seit Italien immer beim Wäscheaufhängen singe.

Vale-6

Italien zum Ersten und zum Zweiten. Der Eintrag zur Mutter folgt noch, die anderen beiden Schwestern wohl erst, wenn der Anbau fertig ist, und die älteste Schwester endlich den Verlobten ehelichen darf. Dann aber hoffentlich als Augenzeugenbericht.


"Penises: They are about this big."

A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.



Stereotypist for linguists

"a comic written and poorly drawn by john campbell."



"america smells funny"

John Campbell answers questions.



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