Gestern

In guter Gesellschaft schlechte Gesellschaft gewesen. Entdeckt, dass der Antichrist kein Wicht oder Prinzip ist, sondern: Saccharose. Mich auf abgebrochene Äste rausgelassen. Angemerkt, dass die folgende Ausführung weder Geist noch Witz enthalten wird. Diabolische Exzesse getrieben. Vom eigenen Fäustchen verlacht worden. Und ständig diese eine Bildmitteilung wieder geöffnet und mich gefragt, was zum Zucker einen den glücklich machen könnte.

Lieber Hersteller

Ich möchte gern einmal aus der Tür gehen, ohne zwei Minuten später wieder reingestürmt zu kommen weil Schlüssel oder Hose vergessen ("Griechischkurs mit ADSL?"). Auch ganz schön wäre, wenn ich Biobohnendosen und Essiggurkengläser öffnen könnte, oder es wenigstens beim Nächstversuchenden nicht immer so problemlos klappen würde ("Wollte nur sehen obs am Dosenöffner liegt."). Vielleicht könnten wir uns noch darauf einigen, dass ich nur in jeden zweiten oder dritten möglichen Gegenstand reinlaufe. Verbindlichsten Dank.

In Stiefeln geschrieben

Neuerdings trete ich mein Geld klischeekonform mit Füssen. Mit Füssen in neuen Wildlederstiefeln. ("Hoppla, mit der Harley gekommen?")

Pars pro toto

Heute bin ich ganz Auge.

Schnauze

Wenn man sich dabei erwischt, Sätze zu schreiben wie: Wieviel meiner Gier nach Dir ist das Bedürfnis nach mir in Dir?, sollte man sich kräftig gegen das eigene Schienbein treten, sich einen Porno ansehen und keine Frauenblogs mehr lesen.

"Mein Gott, Frauen sind wir -! Frauen -, mein Gott!"
- Botho Strauss, Trilogie des Wiedersehens

Herbstklopfen

Grad scheint die Sonne zum Fenster herein, und das scheint mir bitter, da nötig, nach diesen kalten Tagen, die einen durchs Leben kriechen und die eigene Fäulnis riechen liessen. Jetzt werden diese prächtig farbigen Bäume doch noch erleuchtet, bevor schon wieder die absurd bunten Tannen ins Bild rücken.

Todesanzeige

Nach zwei Jahren ergebenen Dienstes entschied ich meine treuen Begleiter von ihren Leiden äusserer Zerrissenheit zu erlösen und sie ihren letzten Gang antreten zu lassen. (Für den Tod der am Pneu klebenden Katze bin ich nicht verantwortlich, ich überfahre prinzipiell keine intelligenten Wesen.) Mögen sie in Frieden ruhen.

Pumas

Schosshündchen

Eben in der Weltwoche gelesen: Ab dem 18. Jahrhundert wurden bevorzugt kleine Hunde darauf abgerichtet, Frauen zu befriedigen, als vorindustrielle Vibratoren sozusagen. Der Ausdruck "auf den Hund gekommen" bezeichnet demnach ursprünglich vereinsamte Frauen. Eine grossartige Anekdote für die Weingesellschaft, wie ich finde. Nach dem Gelächter bleibt dann aber doch etwas Betroffenheit zurück und die Frage, wo Tierliebe aufhört und Tierschändung anfängt. Erlaubt ist, wobei niemand zu nachweislichem Schaden kommt. Trotzdem konnte ich für einige Sekunden das Bedürfnis verstehen, andere aus Ekel, Verklemmtheit oder aus moralischen Gründen (da sind die Grenzen ja fliessend) einzuschränken. Den heute für Zoophilie gängigen Begriff Sodomie (ursprünglich die Bezeichung für jede Form sexueller Abnorm) verwendet die katholische Kirche bis heute für Homosexualität. Und spätestens da sollte man Vernunft ein- und Sexualmoral ausschalten.

Gefühlsknigge

Eigentlich glaube ich, emotional recht kompetent zu sein. Aber es gibt Dinge, ob denen mein Gefühlsleben verwirrt den Kopf schüttelt. Sollte ich beglückt oder beschämt sein, dass es einen Menschen gibt, für den ich Gedichte schreiben möchte? Ist es beängstigend oder beruhigend, dass ich nie alle Bücher werde lesen können? Darf ich Bohlen mögen?

Good question

"Do you have any questions, Wilbur?"
"One. Is Horst the german word for sausage?"
"No, but you are close."

Aus: Wilbur wants to kill himself (Kaufen. Schauen. Beglückt weinen.)

Leckermaulen

Ich habe einen Führerschein. Ich zahle Miete. Ich besitze ein Sofa. Aber kaum glaube ich, langsam erwachsen zu werden, kann ich an sowas nicht vorbeigehen.

Chriesi

"Ist das so ein Süssigkeitenring?"
"Hab ich einer Dreijährigen geklaut."
"Du glaubst doch nicht, dass mich das erstaunt?"

(Da steht: Man weiss ja nie, ob ein Gefühl nicht doch ein Kinozitat ist, und nein, die Frau hat keinen grossen Hund. Na, gestiegen?)

Kulturkonsum

Kunstmuseum: Grossformatkotzige Abstraktion, selbstdidaktischgefälliges Schmieren und dann - bleiern präzise, klein da fein: Bleistiftbilder - Welten. Vermerk: Marcel Gähler kaufen. (In spätestens 20 Jahren.)

Tonhalle: Gestaunt, wie laut Stille sein kann, wenn das Pianissimo verklingt. Auch gestaunt, wie eintönig Virtuosität sein kann, wie rührend aber ein einfacher Akkord. Vermerk: Noten ausgraben. (Noch diese Woche.)

Echt jetzt

Man mag mich heikel nennen. Ich habe zwar kein Problem damit, wenn ich mit den Genitalien einer 87-Jährigen konfrontiert werde. Auch stört es mich nicht, ihre Exkremente vom Boden zu wischen. Ich kann aber gar nicht ab, WENN DAZU 'WIND OF CHANGE' IN PANFLÖTENPERVERSION LÄUFT. So ist das.

Spitaldialog

Krankenschwester: "Hören Sie mir denn an, dass ich nicht von hier bin?"
Patientin: "Ach, wissen Sie, Lärm ist Lärm."

Leben. Nichts.

- Friederike Mayröcker


"Penises: They are about this big."

A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.



Stereotypist for linguists

"a comic written and poorly drawn by john campbell."



"america smells funny"

John Campbell answers questions.



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