Italien zum Ersten: Papa Rocco
Ich war natürlich nervös, damals am Bahnhof. Vier Schwerstern würde ich haben, die Gesichter auf den Polaroids, die sie mir geschickt hatten, waren sehr ernst, was sie meistens sind, auf italienischen Familienfotos. Und dann standen sie da, allesamt um Köpfe kleiner als ich, und ich war sehr erleichtert, nicht zuletzt wegen dieses runden Gesichts mit dem roten Bart, ein Gesicht wie es freundlicher nicht sein könnte.
Rocco ist morgens Schulbusfahrer, er mag Kinder, die Töchter sind sein grosser Stolz. Nachmittags arbeitet er für Baumaterial mit dem das nie fertige Haus ausgebaut wird.
Abends, wenn der hausgemachte Wein ausgeschenkt wurde, machte es ihm grossen Spass, die Töchtern zu ärgern und mir die Welt zu erklären. Sein breites Schelmenlachen werde ich sowenig vergessen wie die Deutlichkeit mit der er damals sagte: "Guarda Sarina, questi si chiamano Spaghetti." Schau Sarina, die hier heissen Spaghetti.
Wenn wir alleine waren, erklärte er mir entschuldigend, dass sie halt ein einfaches Leben führen würden, hier im Süden gäbe es nichts anderes. Aber was sie haben, teilen sie gerne.
Am Morgen, an dem ich wieder ging, rief er mich zu sich nach draussen. Als ich zur Tür raus kam, drehte er sich weg, hantierte mit Karten, sie fielen ihm aus den Händen. Da merkte ich, dass er weinte.
Manchmal, wenn die Schwestern mir Briefe schicken, schreibt er einen Gruss dazu. Ich kann selten ein Wort entziffern, er ist kein geübter Schreiber. Aber es ist immer mein liebster Teil des Briefes.

Rocco ist morgens Schulbusfahrer, er mag Kinder, die Töchter sind sein grosser Stolz. Nachmittags arbeitet er für Baumaterial mit dem das nie fertige Haus ausgebaut wird.
Abends, wenn der hausgemachte Wein ausgeschenkt wurde, machte es ihm grossen Spass, die Töchtern zu ärgern und mir die Welt zu erklären. Sein breites Schelmenlachen werde ich sowenig vergessen wie die Deutlichkeit mit der er damals sagte: "Guarda Sarina, questi si chiamano Spaghetti." Schau Sarina, die hier heissen Spaghetti.
Wenn wir alleine waren, erklärte er mir entschuldigend, dass sie halt ein einfaches Leben führen würden, hier im Süden gäbe es nichts anderes. Aber was sie haben, teilen sie gerne.
Am Morgen, an dem ich wieder ging, rief er mich zu sich nach draussen. Als ich zur Tür raus kam, drehte er sich weg, hantierte mit Karten, sie fielen ihm aus den Händen. Da merkte ich, dass er weinte.
Manchmal, wenn die Schwestern mir Briefe schicken, schreibt er einen Gruss dazu. Ich kann selten ein Wort entziffern, er ist kein geübter Schreiber. Aber es ist immer mein liebster Teil des Briefes.

sarin1a - 7. Nov, 23:05
