Ritardando
Und dann denke ich immer noch oft an diesen Moment, wie wir aus dem Keller in der Innenstadt kamen, wo wir Italienischlektionen hatten. Unsere kleine Selbsthilfegruppe irgendwo zwischen Heimweh und Kulturschock, ich erdrückt von der Armut und Herzlichkeit meiner, die anderen beiden verstört von der Dekadenz und Kälte ihrer Gastfamilien. Wir kamen die Treppe hoch, mitten in den vorabendlichen Strassenlärm, die Luft hell und warm. Hupende Autos, dazwischen das Surren der Vespas.
Unverputzte Wände, grosse Hochzeitsgesellschaften und kleine Ansprüche. Glitzernde Kleider, löchrige Strassen und Essen in Öl. Verkehr und Abendsonne. Das war also Italien.
Wir waren froh um den Stau, dankbar für jede Minute in dem eckigen Fiat, den die kleine Italienischlehrerin mit ganzen Körpereinsatz durch die schmalen Strassen lenkte, zurück in die Villa im Reichenviertel und zu dem kleinen Haus weit draussen beim See mit den streunenden Hunden.
Unverputzte Wände, grosse Hochzeitsgesellschaften und kleine Ansprüche. Glitzernde Kleider, löchrige Strassen und Essen in Öl. Verkehr und Abendsonne. Das war also Italien.
Wir waren froh um den Stau, dankbar für jede Minute in dem eckigen Fiat, den die kleine Italienischlehrerin mit ganzen Körpereinsatz durch die schmalen Strassen lenkte, zurück in die Villa im Reichenviertel und zu dem kleinen Haus weit draussen beim See mit den streunenden Hunden.
sarin1a - 4. Mrz, 02:03
