Was das Putzfrauenherz begehrt

Der vorerst letzte Arbeitstag im Spital ist ja nun vorbei, aber zum Glück wissen die Mitstreiterin im Kampf gegen die Krankenhauskäfer um meine Begeisterung für die Profiartillerie, insbesondere um meine sehr enge Beziehung zum blauen Mikrofasertuch, das ich jedesmal schmerzlich vermisse, wenn ich Chromstahl sehe (denn, man merke sich das, Chromstahl ist der erklärte Feind jeder Putzfrau). Dank wohlbedachter Geburtstagsgeschenke bin ich nun aber im Besitz eines solchen, wie auch der legendären Pasta Sorein.

Pasta-1

Von nun an wird in beschürztem Tellerrock und Pumps geputzt, soviel steht fest. (Der Herr auf dem untern Bild putzt nicht, er wäscht sich die Hände. Nur so.)

Pasta-2

(Die abgebildete Klobrille hört übrigens auf den schönen Namen Maren. Ihr Freund Viren hatte in Sachen Namensgebung weniger Glück.)

So ein Spitalmoment

Als erstes wird bei den ganz Kleinen geputzt, weshalb ich jeweils zur Papizeit auf der Neonatologie bin. Zuerst, kurz nach sechs, kommen die Anzugväter, vor der Arbeit noch mal nachsehen. Um sieben kommen dann die mit den Turnschuhen, die bleiben etwas länger. Manchmal stehen sie etwas verlegen neben diesen Betten, die eigentlich eher Geräte sind, manchmal tragen sie die Kleinen rum, so über die Schulter, wo die dann vor Anstrengung die Äuglein aufreissen, die Stirn in sehr ernsthafte Falten legen und dreinschauen, als würden sie deportiert. Und dann steht da ein Vater am Wickeltisch, den Mundschutz im Gesicht und dieses kleine Etwas vor sich. Ich schleiche mit dem Mob Mopp um die Betten, man will nicht stören, man ist ja keine Krankenschwester. Zehn Minuten steht der Vater unbewegt da, die kleinen Füsse in den Händen. Zwei Stunden später wird der Säugling mit dem Helikopter nach Zürich gebracht.

Das ist das Bittere, dass die Spitalgeschichten immer abbrechen. Für eine Woche höchstens sieht man den Patienten beim besser oder schlechter werden zu, hört sie Dinge sagen, die einem den Magen zusammenziehen, und dann sieht man sie nicht mehr, nur manchmal eine Todesanzeige.

Leben. Nichts.

- Friederike Mayröcker


"Penises: They are about this big."

A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.



Stereotypist for linguists

"a comic written and poorly drawn by john campbell."



"america smells funny"

John Campbell answers questions.



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