Sonntag, 12. November 2006

Hat mich gefreut

Seit zwei Tagen nun am Taumeln, zwischen all den Menschen, wie schön, Sie endlich kennen zu lernen, Treuhänder und Juristen mit Häppchen in den Händen, Künstlerinnen in sehr bunter Kleidung. Die Grossen im Geschäft, und um die ich mich mehr bemühe, als es mein Selbstbild eigentlich zulässt, noch ein Glas Wein? Ich drehe mich dann hin und her, er ist leider in einem Meeting, darf er zurückrufen? Und ich möchte rufen: Ihr Gartenzwerge! Aber wer bin ich dann, Gartenzwerge mit Wein zu versorgen? Und ich drehe mich vom einen zur anderen, beängstigt bis begeistert, bis ich endlich vor demjenigen stehe, vor dem ich still stehen will, aber tut mir leid, innen drin dreht es einfach weiter.
si1ja - 12. Nov, 11:18

Wunderbar beschrieben

Ich selber fand das seltsamste am Aufeinanderprallen dieser oberflaechlichen Geschaeftswelt und dem naiv-idealistischen Phil I-Studium, dass mit der Zeit ploetzlich auch das Letztere, Eigentliche, irreal erscheint, da so weit weg von der Ersteren, eigentlich Nebensaechlichen.

Und ploetzlich merkt man, dass sich neben scheinbar abgrundtiefen Unterschiede doch eigentlich auch Gemeinsamkeiten zeigen: die Wichtigkeit der Nichtigkeiten.

sarin1a - 12. Nov, 17:44

Danke, aber

Wieso ist das Letztere das Eigentliche? Das mit der Zwerghaftigkeit war jedenfalls weniger im Vergleich zur akademischen als zur privaten Welt gemeint. Ich hab da berechtigten Respekt, geschäflich gesehen, aber eben zu viel, persönlich gesehen.
si1ja - 12. Nov, 18:22

Das Eigentliche, Wichtige fuer mich, wenn diese beiden Lebenswelten einander gegenueber stehen. Weiss nicht wies bei dir ist, aber fuer mich war die Uniwelt auch sehr stark mit der persoenlichen Welt verknuepft, die Arbeitswelt wiederum gar nicht.
Ich finde uebrigens, dass auch persoenlicher Respekt durchaus berechtigt ist, sind ja alles auch nur Menschen, die vielleicht nur nicht ueber ihre eigene Welt hinaussehen. Respekt aber vor dem Mensch, nicht der Funktion oder dem Titel.
sarin1a - 12. Nov, 18:32

Ausdeutschen

Klar, ich würde ja an der Uni wohnen, wenn ich könnte. Zu viel persönlicher Respekt bezieht sich auf meine Person, punkto Einschüchterung. Tatsächlich habe ich viele von denen sehr gemocht, und die Feststellung, wie leicht mir der Umgang viel, war eine der besten Erfahrungen der letzten Wochen. Trotzdem, zu Hause werde ich da nie sein.
si1ja - 12. Nov, 22:04

Frau Schneider

das hoffe ich sehr.
turntable - 12. Nov, 13:25

wenn man vor demjenigen steht, vor dem man stehen will, sagt man leider nie große dinge.
grüße

sarin1a - 12. Nov, 17:46

Ja

Glücklicherweise reicht auch oft das Dastehen schon.
turntable - 14. Nov, 21:29

ist mir leider noch nie passiert.
grüße

Leben. Nichts.

- Friederike Mayröcker


"Penises: They are about this big."

A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.



Stereotypist for linguists

"a comic written and poorly drawn by john campbell."



"america smells funny"

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