Italien zum Zweiten: Brief von der kleinen Schwester
Sie war die dritte der vier Schwestern, nicht die vernünftige Älteste, nicht die gewissenhafte Klassenbeste, nicht der kleine Wonneproppen. Dementsprechend konsequent übernahm sie die Rolle des Problemkindes. Konnte vor lauter Nachdenken die Hausaufgaben nicht machen, lernte begeistert Englisch, konnte aber nicht sauber schreiben. Sie war wild, aber nicht verzogen und hatte einen kindlichen, aber schalkhaften Humor, den scheinbar nur ich mochte. Sie liebte mich für meine ungeteilte Zuneigung, für die Zeit, das wusst sie wohl, war sie jemandes Liebling. Vor meiner Abreise weinte sie tagelang, was die Mutter dann einige Male mit Hinterkopfschlägen quittierte: "Man weint nur, wenn jemand stirbt."

"Ich möchte dir etwas Schönes sagen: Ich habe einen schönen Jungen kennengelernt. Er heisst Alessandro. Er ist der allererste, der mir gesagt hat, dass ich schön sei. Ich hoffe, unsere Freunschaft dauert lange. Er ist wirklich schön."

"Ich möchte dir etwas Schönes sagen: Ich habe einen schönen Jungen kennengelernt. Er heisst Alessandro. Er ist der allererste, der mir gesagt hat, dass ich schön sei. Ich hoffe, unsere Freunschaft dauert lange. Er ist wirklich schön."
sarin1a - 23. Mrz, 20:54
