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    <title>Leben. Nichts. (- Friederike Mayröcker) : Rubrik:Damals im Abonnement</title>
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    <description>- Friederike Mayröcker</description>
    <dc:publisher>webseligkeiten</dc:publisher>
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    <dc:date>2008-04-07T22:45:37Z</dc:date>
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    <title>Leben. Nichts.</title>
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    <title>Italien zum Dritten: Besuch der Schwester</title>
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    <description>Sie war diejenige, die auf die Idee kam, eine Austauschschülerin in das kleine Haus weit ausserhalb zu holen. Das heisst, sie wollte eigentlich selbst die Austauschschülerin sein, aber die Eltern sind ängstlich. So ängstlich, das ich damals nicht um den See gehen konnte, ohne dass der Verlobte der ältesten Schwester mit dem kleinen, gelben Fiat hinterher fuhr, so ängstlich, das es fünf Jahre dauerte, bis sie durchsetzte, mich besuchen zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie fotografierte alles. Also wirklich alles, beim vorbei gehen, aus dem Auto, aus der Tram. Bodenbeläge, &quot;So sauber!&quot;, Turmspitzen, kleine Parks, &quot;Schon wieder ein Garten!&quot;, die Autobahn, das Essen, und immer wieder verschwommene Landschaften, &quot;So grün!&quot;. Sie ging mit siebenhundert Bildern nach Hause, nach gut einer Woche, davon sechshundert unscharf, aber: &quot;Man erkennt es!&quot; Und das ist, was zählt, ein anderer Blick eben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Blick, der sie auch so ausgiebig über das Wort &lt;i&gt;Lebensgefahr&lt;/i&gt; lachen liess, italienisch: &lt;i&gt;pericolo di morte&lt;/i&gt;, Todesgefahr. Überhaupt: Italienisch. Nie richtig vertraut, und immer irgendwie klischeehaft. Aber doch die einzige Sprache, die ich kenne, bei der Konjugieren so wunderschön klingt: &lt;i&gt;avrei, avresti, avrebbe&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und die Sprache &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=6Z-i0HwgOZA&amp;mode=related&amp;search=&quot;&gt;dieses Liedes&lt;/a&gt;, das ich seit Italien immer beim Wäscheaufhängen singe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;Vale-6&quot; width=&quot;389&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/webseligkeiten/images/Vale-6.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;sub&gt;Italien zum &lt;a href=&quot;http://webseligkeiten.twoday.net/stories/2906627/&quot;&gt;Ersten&lt;/a&gt; und zum &lt;a href=&quot;http://webseligkeiten.twoday.net/stories/3472306/main&quot;&gt;Zweiten&lt;/a&gt;. Der Eintrag zur Mutter folgt noch, die anderen beiden Schwestern wohl erst, wenn der Anbau fertig ist, und die älteste Schwester endlich den Verlobten ehelichen darf. Dann aber hoffentlich als Augenzeugenbericht.&lt;/sub&gt;</description>
    <dc:creator>sarin1a</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://webseligkeiten.twoday.net/topics/Damals+im+Abonnement&quot;&gt;Damals im Abonnement&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarin1a</dc:rights>
    <dc:date>2007-09-22T10:05:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://webseligkeiten.twoday.net/stories/3472306/">
    <title>Italien zum Zweiten: Brief von der kleinen Schwester</title>
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    <description>Sie war die dritte der vier Schwestern, nicht die vernünftige Älteste, nicht die gewissenhafte Klassenbeste, nicht der kleine Wonneproppen. Dementsprechend konsequent übernahm sie die Rolle des Problemkindes. Konnte vor lauter Nachdenken die Hausaufgaben nicht machen, lernte begeistert Englisch, konnte aber nicht sauber schreiben. Sie war wild, aber nicht verzogen und hatte einen kindlichen, aber schalkhaften Humor, den scheinbar nur ich mochte. Sie liebte mich für meine ungeteilte Zuneigung, für die Zeit, das wusst sie wohl, war sie jemandes Liebling. Vor meiner Abreise weinte sie tagelang, was die Mutter dann einige Male mit Hinterkopfschlägen quittierte: &quot;Man weint nur, wenn jemand stirbt.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;124&quot; alt=&quot;Palmina-3&quot; width=&quot;128&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/webseligkeiten/images/Palmina-3.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich möchte dir etwas Schönes sagen: Ich habe einen schönen Jungen kennengelernt. Er heisst Alessandro. Er ist der allererste, der mir gesagt hat, dass ich schön sei. Ich hoffe, unsere Freunschaft dauert lange. Er ist wirklich schön.&quot;</description>
    <dc:creator>sarin1a</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://webseligkeiten.twoday.net/topics/Damals+im+Abonnement&quot;&gt;Damals im Abonnement&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarin1a</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-23T19:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://webseligkeiten.twoday.net/stories/3391997/">
    <title>Ritardando</title>
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    <description>Und dann denke ich immer noch oft an diesen Moment, wie wir aus dem Keller in der Innenstadt kamen, wo wir Italienischlektionen hatten. Unsere kleine Selbsthilfegruppe irgendwo zwischen Heimweh und Kulturschock, ich erdrückt von der Armut und Herzlichkeit meiner, die anderen beiden verstört von der Dekadenz und Kälte ihrer Gastfamilien. Wir kamen die Treppe hoch, mitten in den vorabendlichen Strassenlärm, die Luft hell und warm. Hupende Autos, dazwischen das Surren der Vespas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unverputzte Wände, grosse Hochzeitsgesellschaften und kleine Ansprüche. Glitzernde Kleider, löchrige Strassen und Essen in Öl. Verkehr und Abendsonne. Das war also Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren froh um den Stau, dankbar für jede Minute in dem eckigen Fiat, den die kleine Italienischlehrerin mit ganzen Körpereinsatz durch die schmalen Strassen lenkte, zurück in die Villa im Reichenviertel und zu dem kleinen Haus weit draussen beim See mit den streunenden Hunden.</description>
    <dc:creator>sarin1a</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://webseligkeiten.twoday.net/topics/Damals+im+Abonnement&quot;&gt;Damals im Abonnement&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 sarin1a</dc:rights>
    <dc:date>2007-03-04T01:03:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://webseligkeiten.twoday.net/stories/2906627/">
    <title>Italien zum Ersten: Papa Rocco</title>
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    <description>Ich war natürlich nervös, damals am Bahnhof. Vier Schwerstern würde ich haben, die Gesichter auf den Polaroids, die sie mir geschickt hatten, waren sehr ernst, was sie meistens sind, auf italienischen Familienfotos. Und dann standen sie da, allesamt um Köpfe kleiner als ich, und ich war sehr erleichtert, nicht zuletzt wegen dieses runden Gesichts mit dem roten Bart, ein Gesicht wie es freundlicher nicht sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rocco ist morgens Schulbusfahrer, er mag Kinder, die Töchter sind sein grosser Stolz. Nachmittags arbeitet er für Baumaterial mit dem das nie fertige Haus ausgebaut wird. &lt;br /&gt;
Abends, wenn der hausgemachte Wein ausgeschenkt wurde, machte es ihm grossen Spass, die Töchtern zu ärgern und mir die Welt zu erklären. Sein breites Schelmenlachen werde ich sowenig vergessen wie die Deutlichkeit mit der er damals sagte: &quot;Guarda Sarina, questi si chiamano Spaghetti.&quot; Schau Sarina, die hier heissen Spaghetti.&lt;br /&gt;
Wenn wir alleine waren, erklärte er mir entschuldigend, dass sie halt ein einfaches Leben führen würden, hier im Süden gäbe es nichts anderes. Aber was sie haben, teilen sie gerne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Morgen, an dem ich wieder ging, rief er mich zu sich nach draussen. Als ich zur Tür raus kam, drehte er sich weg, hantierte mit Karten, sie fielen ihm aus den Händen. Da merkte ich, dass er weinte.&lt;br /&gt;
Manchmal, wenn die Schwestern mir Briefe schicken, schreibt er einen Gruss dazu. Ich kann selten ein Wort entziffern, er ist kein geübter Schreiber. Aber es ist immer mein liebster Teil des Briefes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Rocco&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/webseligkeiten/images/Rocco.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>sarin1a</dc:creator>
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    <dc:date>2006-11-07T22:05:00Z</dc:date>
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