"Gesotten. Von hinten. Rechts. Später. Pferd."
In der Einleitung des Autors steht: "Das Stück könnte auch 'Sprechfolterung' heissen." Peter Handkes Kaspar ist einer, in Anlehnung an Kaspar Hauser, der sprechen lernt. Erst einmal geschieht nichts. "Er ist die verkörperte Verwunderung." Dann sagt Kaspar immer wieder ein und denselben Satz. "Mit diesem Satz kannst du alle Gegenstände zu deinem Satz machen. Mit diesem Satz gehören alle Gegenstände zu dir. Mit diesem Satz gehören alle Gegenstände dir. ... Der Satz kann noch alles bedeuten." Kaspar zerteilt den Satz, sucht. "Du tust dir weh, weil du nicht weisst was du ist." Ständig Regieanweisungen, die "Einsager" reden auf Kaspar ein. "Kaspar bemüht sich nach Leibeskräften um einen einzigen Laut." Dann gelingen ihm Worte, er sucht, kommt einem Satz immer näher. Kaspar erprobt Gehörtes, Floskeln, immer noch bedeutungslos. "Seit ich sprechen kann, kann ich alles in Ordnung bringen." Er vervielfältigt sich. "Kaspar versucht sich selbst einzufangen." Dann beginnt er, über sich zu sprechen. "Einmal ist mir jeder Gegenstand als ein Beweisstück für etwas vorgekommen, aber wofür?" Jetzt erst sagt Kaspar etwas.
Wieder ein Buch, das ich nicht weiter empfehlen kann, obwohl ich das gern würde. Denn das alles erstreckt sich über wirre hundert Seiten, langweilig zu lesen, kaum einer tut das freiwillig. Doch beim Durchsehen meiner Anstricheleien werde ich rot im Gesicht vor Begeisterung, wie die Gewalt der Sprache vorgeführt wird, da stockt einem das Wort im Mund. Ob all dem Nutzen und der Vielfalt vergisst man, was für eine grosse Sache es ist, sich und die Welt benennen zu können. Und wie weit wir trotz all der Worte von Bedeutung entfernt sind.
Wieder ein Buch, das ich nicht weiter empfehlen kann, obwohl ich das gern würde. Denn das alles erstreckt sich über wirre hundert Seiten, langweilig zu lesen, kaum einer tut das freiwillig. Doch beim Durchsehen meiner Anstricheleien werde ich rot im Gesicht vor Begeisterung, wie die Gewalt der Sprache vorgeführt wird, da stockt einem das Wort im Mund. Ob all dem Nutzen und der Vielfalt vergisst man, was für eine grosse Sache es ist, sich und die Welt benennen zu können. Und wie weit wir trotz all der Worte von Bedeutung entfernt sind.
sarin1a - 2. Dez, 20:52
