Viel zu tun

Kinderfernsehen

Heute auf der Rolltreppe wollte ich mich gerade darüber ärgern, dass, obwohl ich nur zwanzig Zugminuten von Zürich weg wohne, hier einfach niemand den Rolltreppenkodex einhält, an dem man in Zürich immer die Zürcher von den Nichtzürchern unterscheiden kann. Dann kommt mir auf der Gegenseite aber dieser Junge entgegen, und ich schaue ihn an, weil ich Kinder immer anschaue. Der Junge lacht aber nicht nur zurück, er streckt stolz seine durchsichtige Einkaufstüte in die Luft, ich erkenne nicht, was drin ist, drehe mich nach ihm um, er dreht sich nach mir um und lacht so ein unschlagbares Kinderlachen.

Im letzten Magazin meinte die auf der letzten Seite, wir hätten zu viele Veloständerprobleme und ich weiss nicht wirklich, was sie damit meint, aber ich finde auch, vielleicht mal wegsehen von den Veloständern und Rolltreppen, lieber kleine Kinder anlachen und hoffen, dass sie nicht zu weinen beginnen.

Mal was mit Tieren

Gestern im Zug nach Zug, irgendwo im Grünen steht ein Reh. Ich sage: "Schau ein Reh, ein ganz kleines," und freue mich. Der Freund sagt: "Ja," und nach einer kurzen Pause, sehr geniesserisch: "Die sind lecker." (Im Orginal allerdings ein breites Berner "fein", nicht adäquat zu übersetzen, wie damals im Streichelzoo, bei den Ziegen: "Mh, es Gitzi." Eigentlich war's auch kein Streichelzoo, aber die Elefanten konnten wir anfassen, sogar füttern. Und Elefanten: Diese Haut auf der Stirn, die wie Rinde ist und dann diese weiche, warme Rüsselspitze, die nach der Karotte tastet, unvergesslich, das. Gehört zusammen mit der Kuhzunge auf die Liste der Dinge, die man mal angefasst haben muss. Man sollte überhaupt häufiger in den Zoo gehen.)

Unbedingt

Wäsche waschen.

Zehen rosa lackieren.

Laut und hämisch lachen.

Kulturkonsum

Kunstmuseum: Grossformatkotzige Abstraktion, selbstdidaktischgefälliges Schmieren und dann - bleiern präzise, klein da fein: Bleistiftbilder - Welten. Vermerk: Marcel Gähler kaufen. (In spätestens 20 Jahren.)

Tonhalle: Gestaunt, wie laut Stille sein kann, wenn das Pianissimo verklingt. Auch gestaunt, wie eintönig Virtuosität sein kann, wie rührend aber ein einfacher Akkord. Vermerk: Noten ausgraben. (Noch diese Woche.)

Leben. Nichts.

- Friederike Mayröcker


"Penises: They are about this big."

A Webcomic of Romance, Sarcasm, Math, and Language.



Stereotypist for linguists

"a comic written and poorly drawn by john campbell."



"america smells funny"

John Campbell answers questions.



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